GH SPENGLEREI EQUIPMENT
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Karlhein Kastenmüller (Bild: Lukas Sigrist)

Interview mit Karl-Heinz Kastenmüller,Erfinder von protectelast

Ein Produkt mit magischen Eigenschaften.

Herr Kastenmüller, ich erlebte gegen Ende letzten Jahres die Premiere Ihres Produktes in der Schweiz - ein fulminanter Anlass. Die Vorstellung seiner vielseitigen Fähigkeiten war eindrücklich. Aus Ihren Erläuterungen war eine richtige Euphorie herauszuspüren. hat sich diese bestätigt?
Wie sehen die Verkaufszahlen aus? Entsprechen sie Ihren Erwartungen?

Karlheinz Kastenmüller: In der Schweiz und in Deutschland wurden bisher rund 2 km unserer Dichtungsbänder produziert. Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Mercedes-werk in Stutgart, für dessen Bauunterhalt jährlich rund 20 km benötigt werden. Im Bereich der Industrie sind wir mit der BASF DE betreffend meheren Kilometern in Verhandlung.

Sind Sie denn in der Lage, die Produktion auf solche Mengen hochzufahren?

Kastenmüller: Wir könnten wöchtenlich rund einen Kilometer produzieren.

Dann ist ja die Produktion von einem Kilometer im verflossenen Jahr verschwindend klein?

Kastenmüller: Bis April arbeiteten wir an der Produktionsreife. Ausliefern tun wir erst seit Mai. Und auch seit dann ging es vorab um Instruktion potenzieller Kunden, denn die Anwenderinformation ist das A und O unseres Produktes.

Wie sieht es mit Anwendungsgebieten aus? Wird das Produkt in den vorgesehenen Bereichen angewendet? Haben sich allenfalls neue, unerwartete ergeben? Welche haben sich konkret als die effektiven Anwendungsgebiete herauskristilliert und wie verteilen sie sich prozentual?

Kastenmüller: Die Vielzahl der Anwendungen ist unerschöpflich und es kommern immer mehr hinzu, im Bereich Industrie, Fertigung, Maschinenebau. Beispielsweise wird nun im Gotthard-Eisenbahntunnel jeder Stoss der Elektroschächte V2A-sicher mit protectelast gedichtet. Demnächst geht es dort auch um die Abdichtung der Fluchttüren. Aber auch im Wagonbau von Zugskomposionen bahnen sich Anwendungen an. Ein weiterer Boomsektor ist die Solartechnik: Ein führender Europäischer Hersteller plant den Einbau von protectelast in die automatische Produktionsstrasse. HBT-ISOL erprobt Abdichtungen von Whirlpools gegen Undichtigkeiten und Schallübertagungen. Aebi Burgdorf baut mit protetelast Klimaanlagen in Traktoren ein. In Dresen laufen Abklärungen wegen Erdbebenschutz. Im Schulhaus <<Apfelbaum>> in Zürich haben wir gerade jetzt eine Olichter-Abdichtung, die seit Jahren undicht war, saniert (siehe Bildserie). Die ESA probiert eine Abdichtung des Schutzschildes einer Raumkapsel mit protectelast aus.
Ein grosses Problem für denDruchbruch am Markt istdass in Europa alles normenkonform sein muss. Und an den entsprechenden Zulassungen arbeiten wir immer noch. Immerhin fungieren wir in der Schweiz bereits im Normposiionenkatalog (NPK).
Derzeit haben der Bau und die Ferigbetonteilfabrikaiton einen Anteil von 70% an unserer Produktion. Ich bin aber überzeugt, dass die Industrie ab 2007 auf einen höheren Anteil kommen wird.

Wie hat sich das Produkt bewährt? Hat es allenfalls Rückschlge ergeben in dem Sinn, dass es vielleicht nicht genügend dicht war oder dass sich der berühmte Memory-Effekt nicht wie erhofft repetiert? Haben sich auch neue unerwartete Effekte ergeben?

Kastenmüller: Das Produtk hat sich sehr gut beewährt. Allerdings kommen einige Anwender noch nicht ganz mit den Masstoleranzen klar, denn das Produkt funktioniert nur unter Anpressdruck. Wenn z.B. die eine Seite einer Fuge 5 mm, die andere 15 mm Breite aufweist, kann es nicht funktionieren. Fakt ist aber, daß protegtelast nach einem Dauereinsatz von rund sieben Monaten im Bereich einer Brennklappen-Abdichtung in Kraftwerken (z.B. E-ON, RWE usw.) bei Temperaturen von rund 150 Grad Celsius und Drücken von drei bsi funfundzwanzig Bar Wasserdruck noch immer wie neu aussieht und wieder verwendet werden kann.

Ein Problem eines neuen Produktes sind ja immer die fehlenden Beweise von Langzeiteigenschaften. Wie gehen Sie damit um?

Kastenmüller: Wir haben protectelast für den Einsatz im Solarbereich in Klimaöfen mit einer Dauerbelastung von UV-Strahlen, Dauerregen, Minustemperaturen usw. eingesetzt und simulieren so mehrjährige Dauereinsätze. protectelast übersteht sie bravourös.

Können weitere Aussagen über das Langzeitverhalten gemacht werden?

Kastenmüller: Beim Grundprodukt Silikon-Gel von Tyco liegen 15 Jahre erfolgreiche Erfahrung vor. Per Anfang 2007 ist geplant, ein so genanntes Langzeitgutachten erstellen zu lassen.

Können sie uns das Produkt und seine Eigenschaften nochmals zusammenfassen beschreiben?

Kastenmüller: protectelast ist ein ungiftiges Silikon Hochleistungs-Dichtband (mit Trinkwasser-Zulassung). Unter Pressdruck verändert sich die Molekular-Struktur und mcöhte sofort in den Urzustand zurück. Somit verbindet es sich mit den Unebenheiten und geht in die Ritzen hinein. Es verkraftet Dauereinsatz bei hoehn und tiefen Temperaturen. Es sit schnell und einfach zu verarbeiten und zeitsparend für den Anwender.

Wie funktioniert die Vetriebsorganisation?

Kastenmülle: In der Schweiz haben wir drei Vertriebskanäle: Bau, Chemie und Bahnindustrie. Die BGS Bauguss AG bearbeitet den Baustoffhandel, die HG Commerciale hat die ersten Grundausstatungen bestellt, im BR Baubedarf und bei Debrunner stehen Infoboxen mit protectelast, und in Deutschland hat die Tyco die Verkaufslizenz und in Österreich wird ab 2007 eine separate Verkaufsorganisation tätig sein. Weitere Länder wollen wir erst beackern, wenn es inden genannten Märkten läuft.

Zurück zu den Anfängen: Das Produkt wird ja gemäss Aussagen bei der Präsentation beider Tyo Electronics Raychem Gmbh in Berlin produziert. Ist das immer noch so?

Kastenmüller: Ja, Hier wurde eine eigene Produktionsstrasse errichtet. Diese kann mit einem Mehrschitbetrieb produzieren was etwa 100 Rollen pro Tag entspricht.

Wie genau war diese Firma in der Entwicklung involviert?

Kastenmüller: Ganz einfach: Meine Ideen wurden von Tyco Electronics Raychem GmbHin die Realität umgesetzt, fast zwei Jahre im stillen Kämmerchen zusammen entwickelt und anschliessend vertraglich verbunden. Wir sind Lizenzinhaber und haben die weltweiten Vertriebsrechte an protectelast.

Wie sehen Sie die Zukunft des Produkts?

Kastenmüller: Wir haben sehr gute Chancen, unser Dichtband in der Industrie als Abdichtung zu platzieren. Mein grossen Ziel: protectelast einmal um die Welt wickeln.

Gibt es Nachahmerprodukte oder besteht ein Patentschutz?

Kastenmüller: Nachahmerprodukte gibt es meines Wissens nicht, dafür sind wir noch zu klein. Auf chemische Produkte gibt es leider keinen richtigen Schutz, sonst müssten Sie den Inhalt frei geben. Wir haben aber gemeinsam mit Tyco den Patentschutz auf Produktion und Fabrikation

Protectelast SA

8812 Horgen

Tel. 0438104560